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Susanne Weikl
Praxis für Selbstheilung und Lebensgestaltung

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Bhutan, Kambodscha, Elefanten

 

Jetzt wenn ich darüber nachdenke, war das Ziel dieser Reise in Harmonie sein mit allem was um mich ist, was mir passt und nicht passt und mit den Unterschiedlichkeiten der Länder, Menschen und Erlebnisse. Heile Beziehungen jeglicher Art, so lautete die Empfehlung meiner Seele für diese Reise. So heilte ich meine Beziehung zur Hitze, zum Straßenlärm, zu den anderen Düften, und Bakterien, zu dem jeweiligen Land, seiner Bewohner und unserer gemeinsamen Vergangenheit und zu vielem mehr.
Jeden Morgen hab ich mich auf dieses in Harmonie sein ausgerichtet und es muss funktioniert haben. Ich bin mit der These angetreten, wenn ich mit dem Außen in Harmonie bin, dann kann ich alles essen ungewaschen und ungeschält, passe mich automatisch an Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit an, mein Körper bleibt gesund und meine Gestaltungskräfte sind sehr wirksam. Die These ist aufgegangen!

 

 

Bhutan – ins Glück hineinspüren

Ich bin neugierig auf dieses Königreich im Himalaya mit dem "Bruttonationalglück". Bhutan ist so groß wie die Schweiz und 700.000 Menschen leben dort. Es war immer eigenständig und unabhängig. Ein Gleichgewicht soll herrschen, zwischen materiellem Fortschritt und spirituellem Wohlergehen, sagte der König und rief 1972 das Bruttonationalglück ins Leben. Gemessen wird das es an 4 Faktoren: gute Staatsführung, Schutz der Umwelt, Entwicklung der Wirtschaft und Schutz der Kultur. In Sachen Umweltschutz ist Bhutan zweifellos Vorreiter. So sind 60 % des Landes Naturpark, jeder der einen Baum fällt muss 2 Bäume dafür pflanzen, Rauchen ist nur in den eigenen 4 Wänden erlaubt Berge sind heilig und dürfen nur bis 6000 m bestiegen werden und Bhutan ist der 1. Biostaat der Erde. Die Natur ist intakt, das spüre ich bei jedem Atemzug und gleichzeitig merke ich wie schon nach einem Tag mein Körper dieses intakte Energiefeld nutzt um ein umfangreiches Selbstheilungsprogramm zu starten. Die vielen kleinen und größeren Zipperlein verschwinden. Das Wasser aus den Bächen schmeckt köstlich und steht jedem zur Verfügung. Und es gibt in Bhutan mehr Mönche als Soldaten.

 

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„Wie ist das mit dem Glück“ frage ich gleich Kado (28 Jahre), meinen Guide, kurz nach der Ankunft. „Früher waren wir glücklicher“ sagt er. „Meine Kindheit auf dem Land inmitten der Dorfgemeinschaft leben, Tiere hüten und 2 Stunden zur Schule laufen, das ist anders als heute. Die Kinder ziehen in die Stadt um Geld zu verdienen und die Eltern bleiben zurück und müssen ohne Hilfe die schwere Farmarbeit tun und wir sind auch nicht so glücklich, weil wir lieber in unserem Tal leben möchten.“ Upps, da bekommt meine rosarote Brille den ersten Riss. „Weißt du das Problem ist zu unterscheiden zwischen dem Wollen und dem Brauchen, wir haben alles was wir zum Leben brauchen. Mit dem Fernsehen (1999) und der Öffnung des Landes entdeckten wir das Wollen, das Handy, die andere Kleidung, das Auto und auf einmal unterscheiden wir zwischen reich und arm.“ „Wenn dein Kopf frei ist, dann bist du glücklich.“ Das Glück hat nichts zu tun mit Besitz oder Reichtum. Es ist eine Geisteshaltung.“ „Aha“, denke ich, „da sprechen Buddhist und Mensch gleichzeitig aus seinem Herzen.“

 

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Gebetsrundgang in traditioneller Kleidung

 

Auf meiner Reise lerne ich ein Land kennen, das das Alte bewahren und sich dem Neuen öffnen möchte, weil es weiß dass Abschotten nicht die Lösung ist. Genau diese Zerrissenheit zwischen dem Haben und dem Wollen. Das kenne ich auch! Diese permanente Auseinandersetzung mit den Entscheidungen des täglichen Lebens und dem Finden der besten Lösung. Mit dem Fahrrad oder dem Auto ins Kino fahren, bindet ein neuer Kühlschrank mehr Ressourcen als der alte, der dafür mehr Strom braucht, tut es das Sommerkleid noch oder doch ein Neues und leidet die Erde dann wieder unter mir?
So bin ich schwupp die wupp in einer emotionale Achterbahn gesessen und habe erkannt dieses Wollen, hat sobald man es zulässt, eine ungeheuere Eigendynamik.

 

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Reisterrassen im Dorf Lobesaya

 

Ich erfahre, dass die Bhutaner, die „faulsten“ Menschen sind. Sie haben ein stetiges und dennoch gemächliches Tempo, haben es nie eilig, sind kommunikativ, überstrapazieren sich nicht und finden für alles eine Lösung. Das ist gut sage ich, dann ist die Gefahr einen Herzinfarkt oder Depressionen zu bekommen sehr gering. Die Lebenserwartung liegt bei 80 Jahren. Laut der letzten Umfrage der Regierung sind 41 % der Bevölkerung glücklich, davon 8 % tief glücklich, noch nicht glücklich 59 %, davon 10 unglücklich. Männer sind glücklicher als Frauen und die Städter sind glücklicher als die Landmenschen. Der durchschnittliche Bhutaner schläft 8 Std. arbeitet 8 Std. und hat 8 Std. freie Zeit.

Wir diskutieren auf unserem Weg durchs Land was Glück ist. Für mich ein Zustand, in dem tief aus mir ein Gefühl von Glückseligkeit strömt und mich mit allem verbunden fühle. So einen Glückszustand hatte ich bei meinem Morgenspaziergang im Kranichtal. Dort gibt es erst seit 2 Jahren Strom, man geht mit der Kerze zu Bett, hat einen Holzofen auf dem Zimmer, nachts ist absolute Stille und Dunkelheit und zum Abendessen gab es Farngemüse aus dem Wald, köstlich! Die Menschen haben ein einfaches Leben, Kartoffeln und Kühe und im Herbst wenn die Schwarzhalskraniche kommen, dann kommen auch die Touristen. Diese heiligen Vögel fliegen immer eine Runde um den Tempel wenn sie ins Tal kommen und es wieder verlassen. Und wenn die Männer beim Bogenschießen nach jedem Schuss ihre Tänze aufführen, dann imitieren sie die Kraniche.

 

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„Bist du glücklich“ frage ich die junge Frau die mir das Frühstück bringt. „Ja“ sagt sie. „Ich habe Arbeit und mein Mann auch, sogar am gleichen Ort und wir können mit dem Geld alle versorgen.“ „Wenn dich der Könige fragen würde was er tun kann, damit du noch glücklicher bist, was antwortest du?“ Sie sagt „bessere Strassen in Ostbhutan bauen und Läden, dann können wir dahin zurückgehen, wir haben großes Heimweh. Ihre jüngste Schwester lebt mit der Mutter auf der Farm. Schon mit 9 Jahren ging sie im nächsten größeren Ort zur Schule und lebte dort in einem Hostel und kam nur in den Sommerferien nach Hause. Zuvor hatte sie gelernt sich selber zu versorgen und ihre Kleider zu waschen. Die Familie hat ihr Schulbildung und Beruf ermöglicht und jetzt kann sie mit ihrem Einkommen die Familie versorgen.“ „ Und wir haben ein Kind, das macht mich sehr glücklich.“
Beeindruckt haben mich die Kinder im Dorf.

 

 Auf die Frage: „Are you happy?” kam voller Überzeugung prompte Antwort „we are happy”

 

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Wir wandern durch Reisterrassen, besuchen uralte Tempel, Klöster,  tauschen Märchen und Lieder aus, ich erfahre dass in Bhutan die Frau die Farm erbt und der Mann nach der Heirat zur Frau zieht. Jeder hat nur den Vornamen und bei Heirat oder Scheidung gibt es nicht zu tun, außer sich zu einigen und natürlich zum Lama der auch Astrologe ist zu gehen, um ein günstiges Datum dafür zu erfahren. Der gibt dem neugeborenen Kind auch den Namen und erzählt den Eltern über die Reinkarnationen des Kindes. Überhaupt ist der Astrologe sehr gefragt, um glückverheißende Termine festzulegen, für eine Fahrt, ein Fest, ein Umzug oder ein Ritual.
Und dabei werden wir vertrauter miteinander und so teilt Kado einen ganz speziellen Glücksmoment mit mir. „Als ich zum ersten Mal einen Trek begleitet habe und auf einmal so nah vor dem heiligen Berg Jomalhari gestanden bin, sind mir minutenlang die Tränen heruntergelaufen und ich hab mich später auf den Boden gesetzt und alle meine Empfindungen und Gedanken und Gefühle aufgeschrieben. Diesen Moment möchte ich immer erinnern.“ Das Wort für solche Momente heißt „Namesame“, was bedeutet etwas das jenseits des Himmels und des Verstandes ist.

Ja und dann diskutiere ich mit Kado, seine Aussage „ich bin glücklich, wenn du glücklich bist.“ Ich bin der Meinung, niemand kann für mein Glück verantwortlich sein, nur ich. Was ist wenn ich unglücklich wäre, z. B.  über die holprige Strasse, die Hitze oder den Fleck auf meiner Hose. Ist das seine Schuld? Nein, das ist meine eigene Geisteshaltung zu diesen Ereignissen. Er schmunzelt und meint, dann sei ich eine sehr fortgeschrittene Touristin.

              

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Jumolhari                                                                  Chele-La-Pass

 

Dann schenkt mir Bhutan den perfekten letzten Tag, einen Namesame-Tag. Wir sind ins Ha-tal gefahren. Erst seit wenigen Jahren ist es für Touristen geöffnet. Das erreicht man über den 4000 m hohen Chele-la-Pass. Hier hängen nun die Fahnen mit all den Wünschen mit Blick auf den heiligen Berg Jumolhari. Am Abend zuvor schlendern wir durch das Dorf und hören Gesang. Eine Puja (Ritual) denke ich sofort, finde das Haus und die Bewohner lassen uns rein und wir sitzen im Zimmer mit dem Familientempel und lauschen den Gesängen der Mönche. Später erzählt uns die Familie, sie haben im letzten Jahr soviel Leid erfahren, dass der Lama vorgeschlagen hat eine Puja zu machen um die Geister zu beruhigen. Das bedeutet, die Mönche beginnen um 7 Uhr morgens und singen und rezitieren bis in den späten Abend. Das alles darf ich als „Fremde“ einfach miterleben. Dazu muss man wissen, dass der Tempelraum, der heiligste Raum der Wohnung überhaupt ist.
Zum Abendessen gibt es Kartoffeln, Kohl und Linsen – hier ist nicht das Touristenmekka. Das junge Mädchen, das uns bedient brummt nur kurz als ich frage, ob ich noch mal Kartoffeln haben kann. Zuerst denke ich wie unhöflich, dann wird mir klar, hier leben die Bauern im Tal unter sich, da braucht es nicht vieler Worte und das Mädchen ist einfach so wie sie ist. Keine Schulung wie man Touristen begegnet. Ich freue mich über ihre Natürlichkeit und stelle mir vor, wie es mir gehen würde, wenn ich erst vor 5 Jahren fremde Menschen zu Gesicht bekommen hätte.
Doch nun zum perfekten letzten Tag. Kencho, mein Fahrer hat meine Bitte erfüllt und wir besuchen seine Familie. Fast bis zum Ende der einzigen Strassen fahren wir in sein Dorf. Ein Kleinod, denke ich – hier will ich bleiben. Wir wandern über die Wiesen zu seinem Haus, vorbei an den 2 Kühen seiner Familie, dem Garten mit Gemüse, Kartoffeln, Buchweizen und Apfelbäumen. Eine Wasserquelle und eine große überdachte Gebetsmühle gehört auch dazu.

 

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Haus von Kencho`s Familie                                    Ha-Tal

 

Im Erdgeschoss sind die Handwerker. Die Häuser bestehen aus einem Gerüst aus Holz, das mit Lehm aufgefüllt wird. Traditionell wohnen die Bhutaner im 1. Stock und das obere Stockwerk ist zum Trockenen des Grases. Im Erdgeschoss wohnt das Vieh. Das findet die Regierung nicht mehr zeitgemäß und empfiehlt nun einen Stall zu bauen. Kencho`s Familie baut dort ein Zimmer für Gäste die Home-stay machen möchten. Im 1. Stock gehen wir in die Küche und ich begrüße Kencho`s Mama. Eine würdevolle und schöne Frau, finde ich. Kaum haben wir uns begrüßt, werde ich ins Wohnzimmer geführt und soll mich setzen. Kado unterhält mich. Ich schau mich um und gehe wieder in die Küche, schließlich ist es dort viel interessanter und Kencho`s Mama hat sich bereit erklärt uns ein Picknick für die Wanderung zuzubereiten. Kencho führt mich immer wieder ins Wohnzimmer. Kado erklärt mir, das sei so in Bhutan, der Gast bleibe im schönsten Zimmer und trinke Tee. Ich füge mich! Beim Verabschieden, bitte ich Kencho seiner Mutter zu sagen, dass ich ihr sehr dankbar bin, dass ich kommen durfte und auch für das Essen kochen und dass sie eine sehr herzliche Frau ist. Kencho braucht dafür 3 Worte. Ich fordere ihn auf, das etwas enthusiastischer zu formulieren, worauf er antwortet, er habe das schönste Wort für seine Mutter gewählt und das ist „Jermain“. Da habe ich nichts hinzufügen.

 

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Kencho`s Mutter, sie heißt Kechi und ist 60 Jahre alt, im traditionellen Stoff gekleidet, handgewebt mit den Schulterspangen

 

Wir überqueren wieder den höchsten Pass und haben freie Sicht auf den heiligen Berg Jumalhari. Das ist im Sommer äußerst selten, so klettern wir die Anhöhe ganz hinauf und Kado ist selber überrascht, dass auch der heiligsten Berg Sikkims klar sehen. Wow! Kado sagt, die Götter hätten uns gesegnet. Jetzt dürfen wir uns was wünschen! Dann wandern wir zum Bergkloster und besuchen die Nonnen dort. Wir werden mit dem heiligen Wasser gesegnet und mit Pfeil und Bogen berührt. Der Pfeil steht für Mitgefühl und der Bogen für Weisheit. Das geht zurück auf die Legenden vom verrückten heiligen Mann.

 

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Kado zeigt mir Pflanzen, die seine Mutter ihm als Kind gegeben hat, wenn er krank war. Schade dass er heute nur der Schulmedizin vertraut. Stimmt nicht ganz, gestern hat er mir vertraut, als sich die Schmerzen seiner Entzündung am Fuß so verschlimmert haben, da hat er doch mein Angebot zur Heilarbeit angenommen. Entscheidend war, dass ich ihm erklärt habe, er werde dadurch weder seinen Fuß verlieren, noch von einem Geist besetzt werden;)

Nach der Wanderung machen wir Halt an einem Wasserfall und lassen uns Mama Kencho`s Essen schmecken. Für mich gibt es Spinat und junge Bohnen aus dem Garten und für die Männer Fleisch mit ganz viel Chilischoten und für alle roten Reis. Ich fühle mich so beschenkt, dass sie für mich das erste Gemüse aus dem Garten geholt hat und es mit soviel Liebe gekocht hat. Danach haben wir auf den warmen Steinen geruht, die Füße im Wasser gebadet und ich habe den großen Stein, auf dem ich lag gefragt, was er über Glück weiß. „Glücklich sein ist in Harmonie sein“ antwortet er mir. Auf der Fahrt zur Unterkunft spielt Kencho eine Mantra-CD, Gebete fürs Paradies. Im Paradies so fühle ich mich heute und schon spüre ich den ersten Anflug von Heimweh nach diesem verträumten Land und seinen verborgenen Schätze, von denen ich an diesem Tag einige entdecken durfte.

 

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Kencho und Kado                                                   Picknick am Wasserfall

 

Ich glaubte Bhutan hat ein Konzept fürs Glück. Ich wurde mit meiner Lebenseinstellung und meiner Art zu leben konfrontiert. Bhutan und seine Menschen suchen ihren Weg, so wie ich meinen Weg suche. Bhutan ist ein Ideenlieferant, vielleicht auch ein Vordenker und was hindert mich mein eigenes Glückskonzept zu entwickeln und mir bei Entscheidungen die Frage zu stelle, macht mich das glücklich?

Der Geist von Bhutan schenkt mir zum Abschied die folgenden Worte:
  „Liebe ist das Begreifen des Unbegreiflichen und das Herantasten an das Verborgene.“
  „Das verborgene Glück in allem ist der Reiz Glück über zu bewerten.“
     „Atme und du bist glücklich!“

 

Nach einer Verschnaufpause von 2 Tage in Bangkok geht es weiter nach Kambodscha.

 

Kambodscha – in 3 Tagen die Welt verändern

 

Zu Fuß geht man über die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha, zwischen Handkarren und Fahrrädern, wird ständig angesprochen von „hilfreichen“  und geschäftstüchtigen Vermittlern mit zig Versuchen einen übers Ohr zu hauen. Das war mein 1. Bild von Kambodscha. Endlich im Gästehaus in Siem Reap war ich frustriert. Die Tempelanlage Angkor Wat, das Herz Kambodschas war beeindruckend, doch nicht so tief berührend. Das kann nicht alles sein! Dann veränderte sich alles schlagartig. Am Nachmittag traf ich Kurt aus Hawaii wieder. Seine Hilfsorganisation wollte einen leidenschaftlichen Englischlehrer treffen, der kostenlos Kindern Englisch Unterricht gibt, da ging ich mit. Wir begegneten Sokhom und seiner Schule und den Kindern in seinem „Garten“. Die Kinder sind aus sehr armen Familien oder sogenannte Scheidungskinder, d. h. der Vater wurde zum Einsatz im Bürgerkrieg gezwungen ist gestorben, die Mutter ging ins Ausland um Geld zu verdienen und die Kinder leben bei irgendwelchen Verwandten.

 

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Ein Wellblechdach, Plastikzaun und 2 Schulbänke für 20 Kinder pro Klasse. Hier ist übrigens Kurt in Aktion zu sehen. Daneben Sokhom, seine Frau Sokheang und sein Sohn Sokleng.

 

Sokhom erzählt uns, dass es kaum Englischunterricht in der Schule gibt. Um später eine Arbeit zu finden, braucht man Basis-Englischkenntnisse, weil die meisten Jobs was mit den Touristen zu tun haben. Kurt wollte Sokhoms Projekt unterstützen und wir gingen Schulbänke, Stifte, Hefte und Bücher kaufen. Spontan entschloss ich mich auch eine Schulbank zu stiften.
Bis die Bänke geliefert wurden, spielten wir mit den Kindern, übten Seilspringen und zeichneten Landkarten in den Sand. Germany? What is Germany? Gestern hat mir Sokhom gemailt, dass ich die erste Deutsche bin, mit denen sie in Kontakt gekommen sind. Am nächsten Tag war Feiertag in Kambodscha, Geburtstag der Königsmutter. Sokhom hatte die Kinder zum  Essen eingeladen. Kurt nahm die Idee auf, legte mit Sokheang einen Menüplan (Frühlingsrollen, Fischsuppe, Reisnudeln und Wassermelone) fest und bezahlte die Einkäufe. Sokheang umarmte mich ganz fest, als ich ihr vorschlug ihr beim Kochen zu helfen. Sie um 6 Uhr auf den Markt zu begleiten, war mir doch etwas zu früh.
Um 8 Uhr am nächsten Tag ging es los. Kochen für waren es 50 oder 60 oder noch mehr
Personen. Egal! Wir (3 Frauen, 2 Männer und 15 Kinder) zupften Kräuter, hackten Fleisch und fühlten Reispapier mit Sprossen, Kräutern, Salat, Kokosraspeln und Fleisch, rollten es und brachten es mit Öl bestreichen zum Glänzen. Dazwischen spielten wir mit den Kindern und den Luftballons. Fleisch ist etwas besonderes, deshalb wird es ganz klein gehackt, dann hat man viel mehr davon. Beeindruckt hat mich wie sie mit dem Messer harte Kochbananen und Kartoffeln raspeln. Reisnudeln gibt es nur zu besonderen Anlässen, sie sind zu teuer. Kambodschaner essen Reis, morgens, mittags und abends. Eine Suppe gibt es immer, sie ist quasi die Soße zum Reis. Im Hof gibt es eine Vertiefung, das ist der Feuerplatz, nachdem das Feuer entfacht war, wurde zu erst das Kokosfleisch geröstet, dann das Fleisch angebraten, dann sie Suppe gekocht und zum Schluss die Reisnudeln. Immer nur ein Topf, keine Hektik, Hand in Hand, ohne Worte mit Zeit für Pausen und immer war jemand zur Stelle wenn man Hilfe gebraucht hat.

 

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David und die Kinder beim Kräuter zupfen            Sokheang`s Schwester beim Fleisch hacken
                                                                                    Eine Arbeit von 1,5 Stunden

 

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Festmahl – Gäste essen zuerst, der Rest erst wenn die Gäste ganz fertig sind.

 

Mittlerweile war David, ein junger Mann aus der Schweiz wieder bei Sokhom eingetroffen. Über Couchsurfing war vor 4 Wochen bei Sokhom gelandet und war so begeistert von der Schulidee, dass er alle seine Freunde angemailt hat und sie gebeten hat Geld auf sein Konto zu überweisen. Nun hatte er soviel zusammen bekommen, dass er Holzwände und die dafür notwendigen Handwerker bezahlen konnte.
Ich spürte hier ist ein guter Geist und sprach mit Sokhom was die Schule sonst noch braucht. Viele der Kinder sind zu arm, um sich die vorgeschriebenen Schuluniformen für die öffentliche Schule leisten zu können (1 Schuluniform für mindestens 1 Jahr, jeden Tag wird sie getragen) und so verabredeten wir uns für den nächsten Tag, um auf dem Markt zum Uniformen kaufen.
David und Sokhom hatten bis dahin Kassensturz gemacht und festgestellt, dass noch Geld übrig ist und zusammen mit dem Restbetrag nach dem Uniformkauf können noch Steine für den Fußboden gekauft werden, weil einige Kinder auch im Schulzimmer übernachten. Nach dem Einkauf der Schuluniformen, eine Uniform kostet $ 6, suchten wir eine Fabrik und kauften Steine.

 

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Beim Steine kaufen                                                  Übergabe der neuen Uniformen

 

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Beinahe hätte ich es vergessen, so sieht es jetzt aus – die Baumschule ist geboren!

 

Elefantencamp – Hab Vertrauen zu deinen Füßen

 

Im Norden Thailands, 1 Stunde Fahrzeit von Chiang Mai, haben in einem kleinen Dorf viele Elefanten eine Heimat gefunden und das ist Bodo Förster zu verdanken. Er hat es geschafft den Elefanten wieder einen Raum zu geben, nachdem der Mensch sie aus ihren Urraum zurück gedrängt hat. Das hat mich begeistert und so stand meinen sehnlichsten Wunsch einmal eine intensive Zeit mit Elefanten zu verbringen nichts im Wege.

Das Elefantencamp ist in 10 Minuten vom Dorf aus zu erreichen. Hier leben die Elefanten mit ihren Mahouts. Mahouts sind aus der Gruppe der Karen und gehören zu den Bergvölkern Nordthailands. Sie sind klein, zäh und drahtig, klettern auf den Elefanten wie Seiltänzer und habe eine angeborene Begabung im Umgang mit diesen Tieren. Sie leben traditionell im Camp in Bambushütten, 8-10 Personen in einer Hütte, verpflegen sich selber und sind von früh morgens bis spät abends im Einsatz für ihren Elefant. Ein harter Job! Sie kennen alles was wächst und hier lebt. Essbar oder nicht essbar, wie es heißt ist unwichtig. Wenn nicht essbar gibt es noch schnell ins Hospital oder keine Eile! Das reicht zum Überleben.

 

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Camp I – Unterkünfte der Mahouts

 

Am ersten Tag schlendern wir durchs Camp, begrüßen Elefanten und erfahren ihre Lebensgeschichte. Manche waren noch in Holzcamps eingesetzt, andere standen nur angekettet an einem Fleck oder haben für $ 5 Touristen auf sich reiten lassen, immer die gleiche Runde dabei abgelaufen. Auf diesem Rundgang wird vom Guide intuitiv entschieden welchen Elefant ich bekomme.

Und das ist Kamu, der Liebling aller Elefantenkühe im Camp, so eine Art Sonnyboy und ich darf nun 3 Tage mit ihm verbringen. Super! Noch ein Reisschnaps trinken, damit die Geister uns wohlgesonnen sind und dann kann das Abenteuer beginnen!

 

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10 Minuten sich aneinander gewöhnen       Vertrauensprobe – Elefanten verletzen
und dabei viel reden, dass Kamu meine     nicht – ich fühl mich sehr geborgen!
Stimme kennt

 

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Erstes Aufsteigen                                                     Täglich Aufgabe baden und schrubben

 

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Ausritt durch den Wald                                             Hu, Hu Kamo! – voran, voran Kamu!

 

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Am Morgen des 2. Tages schneiden wir zuerst Elefantengras mit der Machete, dann wandern wir eine Stunde durch den Wald um unsere Elefanten zu holen. Die Mahouts kommen uns entgegen und Kamu wird bald Phuu Kamu. Wir durften morgens im Wald seine ersten Zeugungsversuche erleben mit Mae Kamnoi. Elefantenbullen bekommen wenn sie erwachsen sind den Zusatz Phuu. Ab diesem Zeitpunkt war Kamu verliebt und abgelenkt. Ich konnte ihn motivieren zu laufen, in dem ich seinem Unterbewusstsein erzählt habe wie toll er ist und wie toll er sich bewegt und das die Mae Kamnoi ihn voller Bewunderung von hinten beobachtet. 2 Stunden sind wir durch den Wald ins Camp geritten, haben dann den Elefanten Wasser gegeben und dann den Leckerbissen, das Elefantengras. Später haben wir geübt Holzstämme zu rollen und zu stapeln. Das ist anstrengend man muss ohne Unterbrechung OR, OR, OR rufen. Dreckig von oben bis unten und unendlich glücklich so endete der 2. Tag.
Das ist der jüngste Elefantenbulle 3 Monate alt und 120 kg stürmen mir entgegen. Da ist Standfestigkeit gefragt und ein entschiedenes Stopp. Und wenn es nicht so geht wie der kleine Mann will, werden die Hinterbeine zum Treten benutzt oder sich bei Mama unter Bauch versteckt um 1 Minuten später wieder loszustürmen. Er hat mein Herz in der ersten Sekunde erobert! Der kleine Bulle gehört zur Tong-Bai-Stiftung. Hier darf er ohne kommerzielles Interesse aufwachsen und spielerisch lernen. Mit 12 Jahren kann er dann mit seinem Mahout bei Elefant Special Tours mitarbeiten. Elefanten bleiben bis zum Alter von 5 Jahren bei der Mutter und werden auch solange nach Bedarf gesäugt.

 

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Hey wer kommt den da!                                             Schutz bei Mama

 

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Kamu ist am 3. Tag trotzig. Er möchte viel lieber flirten als einen Ausflug machen. Meine Appelle an sein Ego nützen heute nichts. Ich bin nicht traurig, im Gegenteil es ist wunderschön einen verliebten Elefanten zu beobachten. Bei jeder Gelegenheit streichelt er Mae Kamnoi mit seinem Rüssel, dann verbinden sie ihre Rüssel, so ein liebevolles Miteinander, fast möchte ich eine Elefantendame sein.
Das Highlight - Baden im Fluss mit Kamu und dabei beobachten wir er das genießt, sich geschmeidig dreht und wendet – ich weniger geschmeidig, sehr bemüht oben zu bleiben und dann üben wir das Kommando „Spritzen“, das macht richtig Spass! Anschließend reiten wir eine Stunde durchs Flussbett und Kamu hat wieder Freude daran, vor allem wegen der vielen Bambusbäume, sein Lieblingsessen. Ich wünsche mir dass der Ritt nie zu Ende geht. Doch zurück im Camp ist der Abschied gekommen. Ich sage zu Kamu, dass ich traurig und selig in einem bin und frage ihn, wie er mit Abschied umgeht. Er antwortet mir: „Mach einen Punkt und lass es so stehen.“
Abends im Bett in Bangkok spüre ich wie tief mich das Sein mit den Elefanten berührt hat. Mein Bett wackelt, ich reite und spüre Kamu. Schwer Worte dafür zu finden.

 

Ich danke von ganzem Herzen:

  • den Geistern von Nepal, Bhutan, Kambodscha und Thailand dass sie mich so herzlich aufgenommen haben
  • Kado und Kencho dass ich hinter die Kulissen Bhutans blicken durfte
  • Den Wettergöttern, dass sie so wunderbar auf meine Wünsche eingegangen sind
  • Kurt, Sokhom, den Kindern und David, dass ich erfahren durfte wie man in kurzer Zeit die Welt verändert
  • den Menschen mit Visionen denen ich auf dieser Reise begegnen bin
  • Kamu, der mir vermittelt hat glücklich zu sein mit dem Leben, so wie es ist und es mit Hingabe zu leben
  • mir, dass ich bereit war meine schamanischen Techniken zu nutzen um meine Urlaubstage so erfüllend zu gestalten
  • meiner Seele, dass sie mich zu dieser Reise inspiriert hat

 

Susanne Weikl

Susanne Weikl - Lebensgestaltung mit Huna - Weberweg 8 - 89233 Neu-Ulm - Telefon: 0731- 714772 - Email: suwei@arcor.de